Mahnmal und Gedenktafeln zur Bücherverbrennung 1933 auf dem Bebelplatz (früher Opernplatz)
Heinz Knobloch schrieb in der Erstauflage von „Herr Moses in Berlin“ (1979):
„Heute heißt dieses Stück Innenstadt „Bebelplatz“ und ist ein von keinem Denkstein angefochtener Parkplatz. Es wäre ganz gewiß ein unnötiges Verkehrhindernis, würde dort ein Monument errichtet, ein Mahnmal, ein simpler kleiner Brunnen, weil Wasser das Gegenteil von Feuer ist und weil ganz genau hier, auf diesem Opernplatz, im unseligen Jahr 1933 die Bücherverbrennung stattgefunden hat, die der Nazis. Wenn davon wenigstens eine Tafel sprechen würde auf diesem Parkplatz der Gedankenlosigkeit. Ich bin fast geneigt, wenn das ginge, eine Subskription zu eröffnen für eine Gedenktafel zu Ehren der am 10. Mai 1933 hier ins Feuer geworfenen Bücher. Sie muß aber so beschaffen sein, daß keine Kränze niedergelegt, sondern Gedanken davongetragen werden können. Und das geht in Berlin.“ (S. 417f.)
Schon in der (West-)Ausgabe seines Buches von 1981 (Verlag Das Arsenal) konnte er im Dankzettel berichten:
„Die ... angeregte Gedenktafel ist übrigens Anfang September 1980 auf dem Bebelplatz angebracht worden. Ihre Inschrift lautet: „Auf diesem Platz vernichtete nazistischer Ungeist die besten Werke der deutschen und der Weltliteratur. Die faschistische Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 sei ewige Mahnung, wachsam zu sein gegen Imperialismus und Krieg.“
Die Berliner Internet-Geschichtsseiten geben unter
http://www.luise-berlin.de/Gedenktafeln/mit/b/buecherverbrennung_10_mai_1933.htm
den Text der Inschrift gleichlautend wie bei Knobloch angegeben wieder, allerdings mit Zusatz „12. Mai 1983“ und dem Hinweis, dass diese Datum im Jahr 1996 auf der Gedenktafel hinzugefügt worden sei. Das Datum soll der Zeitpunkt der „Einweihung“ der Gedenktafel gewesen sein.
Die obige Internetadresse gibt außerdem
die weiteren Gedenktafeltexte am Bebelplatz wieder, die in
Zusammenhang mit dem (unterirdische) Denkmal der
„Versunkenen
Bibliothek“ von Micha Ullmann
(1994/95) in der Mitte des Platzes entstanden sind.
Der inzwischen vollzogene Bau eines
unterirdischen Parkhauses um das Mahnmal herum löste lebhafte
Diskussionen aus, in der sich das obige Zitat von Heinz Knobloch noch
einmal spiegelt. Das Denkmal entspricht in erstaunlicher
Weise seiner Intention
(Eine persönliche Stellungnahme von H.K.
dazu ist hier bisher nicht bekannt).
Hinweise zur näheren Klärung
dieser Mahnmalgeschichte in Zusammenhang mit Heinz Knobloch nimmt
der Webmaster dieser Heinz-Knobloch-Seiten gern entgegen:
mehnert@web.de
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